Die Alternative für Deutschland hatte zum Kreishaushalt am 27.11.2014 vier Anträge eingebracht:

Abschaffung der Fraktionsgelder: Diese Gelder sind nicht nötig, weil keine Kreistagsfraktion ein Fraktionssekretariat unterhält. Einsparung 35.000 € in 5 Jahren.

Schließung des Schullandheims Tonndorf: Das Heim hat über einen längeren Zeitraum eine Auslastung von 10 bis 15 %, was den Weiterbetrieb nicht rechtfertigt. Das Geld wäre in den Kitas der Gemeinden besser angelegt, denn die sind fast alle zu 100 % ausgelastet. Einsparung bei Schließung des Schullandheims mindestens 120.000 € pro Jahr.

Integration der Gleichstellungsbeauftragten in ein anderes Amt: Frauenförderung mit einer ganzen Personalstelle ist im Landratsamt nicht erforderlich, da Frauen in der Überzahl sind und zahlreiche Amtsleiterinnen das Vorurteil widerlegen, daß Frauen immer nur die schlechtbezahlten Jobs machen. Es gibt zahlreiche Ämter, in denen fast kein Mann mehr arbeitet. Einsparungspotential: 60.000 € pro Jahr.

Einstellung von 15.000 € Planungskosten für die Kreisstraße in Lehnstedt: Es ist immer kostengünstig, wenn mehrere Aufgabenträger gemeinsam bauen, um Kosten zu sparen. Der Abwasserverband plant neue Abwasseranschlüsse und da wäre es konsequent die marode Kreisstraße mit instandzusetzen.

Alle Anträge wurden von der regierenden Koalition aus SPD und CDU abgelehnt, teilweise auch von anderen Fraktionen.

In seiner Rede zum Haushalt wies Wolfgang Prabel (AfD) darauf hin, daß die Kreisumlage 2015 um knapp 5 % steigt, daß die Schulumlage um fast 6 % steigt, der gesamte Kreishaushalt dagegen nur um 1,57 % steigt. Das bedeutet, daß sich Land und Bund immer mehr aus der Kreisfinanzierung zurückziehen und Städten und Gemeinden die zunehmende Last der Kreisfinanzierung aufgebürdet wird. Die Belastung mit Pflichtaufgaben aus Bundes- und Landesgesetzen nähme ständig zu, ohne daß in diesem Umfang die Finanzausstattung verbessert würde.

Vor dem ersten Weltkrieg hätten die deutschen Kommunen 40 % der gesamten Steuereinnahmen gehabt, heute seine es noch 12 %, so Prabel. Es sei ein System von Mischfinanzierung und Mischverantwortung entstanden, in dem der Wähler kaum noch erkennen können, wer für was verantwortlich sei. Es müsse der bestellen, der auch bezahlt, und derjenige bezahlen, der bestellt hat.

Interessant zu erwähnen, daß der Landrat ein Konzept für die Biomüllentsorgung vorgelegt hat, welches 14 Standorte für Bioabfallcontainer im Kreis vorsieht und welches für die Gebührenzahler relativ günstig ist. Die Erfassung mit Biotonnen für jeden Haushalt wäre deutlich teurer. Die getrennte Biomüllerfassung ist ab 2015 durch Vorgaben aus Brüssel erforderlich.