Derzeit sind im Kreis Weimarer Land 500 Asylbewerber untergebracht. Vor allem in der Stobraer Straße und Auf dem Angespanne in Apolda. Bis zum Jahreswechsel werden 300 neue Leute aus dem Ausland erwartet. 2016 rechnet das Landratsamt mit insgesamt 2.300 Asylberbern in der Kreishauptstadt.

Derzeit wird die Lessingstraße 50 für bis zu 57 unbegleitete Kinder und Jugendliche vorbereitet. Kommendes Jahr sind weitere Standorte wie Nordstraße und Opel-Straße als Unterbringungen auf dem Radar. Auch die Kita „Grönlandsonne“ wurde schon besichtigt.

Die meisten bisher untergenutzten Kreisimmobilien haben übrigens Brandschutzmängel, zum Beispiel fehlen zweite Rettungswege oder die Wandbekleidungen und Türen in den Treppenhäusern entsprechen nicht den Vorschriften.

Die Zahl der Beschäftigten im Landratsamt wird nach den Planungen von 413 Mitarbeiter auf 444 ansteigen. In der zentralen Beschaffung, in der Ausländerbehörde, der Sozialverwaltung, im Jugendamt, bei den Hausmeistern und im Gesundheitsamt entstehen neue Jobs.

Nicht immer gehen die Zugereisten mit den Wohnungen und Gegenständen pfleglich um. Auch sind viele Anlagegegenstände schon älteren Datums. Im Nachtragshaushaltsentwurf heißt es: „Häufige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten machen die Stellenerweiterungen (vier Hausmeister) zwingend erforderlich.“

Die Betreibung des Heimes für unbegleitete Kinder und Jugendliche zieht die Schaffung von 19 Betreuungsstellen nach sich (Betreuungsschlüssel 2:1).

Die Kosten für Stellenerweiterungen belaufen sich in diesem Jahr noch auf bescheidene 135.000 €. Davon zahlt nur 64.000 € das Land. Der Rest (71.000 €) muß vom Kreis und damit von den Städten und Gemeinden ausgeschwitzt werden. 2016 gehen die Kosten für zusätzliches Personal in die Millionen.

Mindestens sieben Städte und Gemeinden im Landkreis liegen finanziell schon ohne die Asylausgaben tief unter Wasser. 2016 werden die Ausgaben zuwanderungsbedingt regelrecht explodieren. Der Freistaat muß die finanzielle Ausstattung der Städte und Gemeinden entscheidend verbessern, wenn die Kosten irgendwie geschultert werden sollen. Außerdem muß die Polizeipräsenz in Apolda deutlich erhöht werden, denn unterbeschäftigte Asylanten, die sich langweilen, bleiben nicht immer gesetzestreu. Müßiggang ist aller Laster Anfang.

Autor: Wolfgang Prabel