Die WELT berichtete quasi von einem Rentnertreffen, als sie über die AfD-Demo am Samstag in Berlin informierte. Das war mehr als pointierend zugespitzt. Weil ich ahnte, daß die Qualitätspresse gewohnheitsmäßig etwas an den Realitäten vorbeischreibt, habe ich von der Besatzung unseres Kleinbusses aus Mechelroda vor der Demo auf einem Rastplatz ein Freundschaftsbild gemacht: Durchschnittsalter um die 40. Als ich das Foto machte kam natürlich die satirische Bemerkung: „Alles Nazis“.

Helden für Berlin

War übrigens eine lustige Fahrt. Zwischen Mirko und Robert wurde die Deutschlandfahne über die Lehnen von Fahrer- und Beifahrersitz gelegt und unter dem Gelächter der Besatzung betont liebevoll glattgestrichen.

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Unser Bus war übrigens nicht der einzige aus Mittelthüringen, der zur AfD-Demo nach Berlin fuhr.

Die Demo mit etwa 7.000 Teilnehmern hatte ihren Reiz, weil zwischen den Ansprachen ein Spaziergung über den Marx-Engels-Platz und die Linden zum Hauptbahnhof gemacht wurde. Kamen Antifanten in Sicht wurden sie mit dem Ruf „Nazis raus!“ geärgert. Dem vermummten harten Kern machte das nichts aus. Aber neben Merkels Schlägertrupps standen oft „besorgte“ Bionadebürger, die so aussahen, als wenn sie wenigstens bis drei zählen können. Die sahen angesichts des Nazivorwurfs aus, als wäre ihnen gerade die Pfeife aus dem Mund gefallen. Völlig entgeistert, erstaunt und entwaffnet.

In Erfurt ruft man: „Lumpenpack!“ und „Wir müssen zahlen für die Asozialen!“, wenn die gedungenen Staatsfetischisten auftauchen. Ist auch lustig. Die Lösung mit „Nazis raus!“ finde ich eleganter, weil sie die Antifanten deutlich mehr frustet. Alle Parolen, die man ihnen wegnimmt, sind unser Sieg.

Die armen Kerle in der Neustädtischen Kirchstraße mußten unter Aufsicht von drei Gewerkschafts- und SPD-Bonzen, die in einem Hauseingang mit ihren Fahnen Platz genommen hatten,  immer wieder gegen die Polizeiabsperrung anrennen, um sich dann zwischendurch wieder zurückzuziehen.  Ein Bild wie im römischen Zirkus. Die Cäsaren als Beobachter auf der Empore und die Antifa-Gladiatoren, die unten in der Arena zwar nicht ihre Haut, aber immerhin ihre Ehre zu Markte tragen mußten. Jungs, das war entwürdigend!

Provokant war der Auftritt des ZDF-Sklaven Kabelka in der Nähe der ARD-Lügenzentrale. Der Störer mußte sich auf Befehl seines Intendanten als Clown verkleiden und wurde von den Demonstranten als Interwievpartner-Fake wahrgenommen. Solche getürkten Demonstranten waren schon öfter vor Kameras der zwangsfinanzierten Staatssender aufgetaucht, um die Demonstranten als Nazis zu diffamieren. Kabelka, der seine Perücke mittlerweile verloren hatte, und in seinem bunten Patchwork-Kostüm garnicht mehr lachen konnte,  wurde von einem kompakten Ordner  in Camouflage vor der aufgewühlten Menge geschützt, die ohrenbetäubend „Lügenpresse!“ rief.

„Berlin für Helden“ war ein Filmtitel von Klaus Lemke.  Diejenigen Demonstranten, die vom Hauptbahnhof abreisen wollten, wurden mit der Realität dieses Titels konfrontiert. Die losgelassenen Staatsdemonstranten tanzten wie die Derwische auf den Bahnsteigen, trommelten und warfen mit Böllern. Viele ahnungslose und unpolitische Berlinreisende gerieten völlig unschuldig zwischen die Randalierer und konnten sich den Zinnober nicht erklären. Keine gute Werbung für die Hauptstadt und für die Deutsche Bahn AG.  Gut daß es Fernbusse gibt.

Unser Berlin-Besuch endete an einem Currywurst-Stand. Ein Demonstrationsplakat hatte uns drauf eingestimmt. Wieder war es eine gekaperte Parole der Merkeldemonstranten: „Keine Wurst ist illegal, Schweinefleisch überall“.

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Reporter vor Ort: Wolfgang Prabel