Die AfD hatte Anfang Dezember einen Antrag in den Kreistag Weimarer Land eingebracht, daß Landrat Münchberg sich bei der Landesregierung dafür einsetzt, das Verbrennen von Baum- und Strauchschnitt weiter zuzulassen.

Die rot-rot-grüne Landesregierung hat mit der seit 2016 gültigen Pflanzenabfall-Verordnung alles vermengt: Die Kartoffelschalen von der Oma, die Grassilage vom Rasenmähen und den Baumschnitt von der Streuobstwiese. Mit der Biotonne (die Wiederauferstehung des Schweineeimers) kann man Probleme der Landwirtschaft und des Obstgartens nicht lösen. Für den Baumschnitt und das Mähgut sollen nun Container in zentralen Orten bereitgestellt werden.

Auf einer Streuobstwiese gibt es jährlich einen Aufwuchs von 2 bis 3 Festmeter Holz pro Hektar. Das sind etwa 30 bis 50 Kubikmeter Astwerk verschiedenster Durchmesser. Da braucht es Transportmittel, die der normale Haushalt nicht hat. Mit dem Pkw-Anhänger sollte man bei solchen Mengen nicht anfangen. Soll sich nun jeder Haushalt mit Grundstück einen Schlepper mit Zweiseitenkipper kaufen?

Der Umweltausschuß des Kreistags hat am 16.02.2016 den Antrag der AfD diskutiert.

Der Bürgermeister Pommeranz aus Ballstedt berichtete dem Umweltausschuß, daß in Ottmannshausen gerade ein Graben am Schwimmbad freigeschnitten wird. Wie soll man da mitten auf dem schlammigen Acker mit einem Container hinkommen? Was kostet das alles vor Ort zu schreddern? Fragen, auf die die Landesregierung keine Antwort gibt.

Der Geschäftsführer der Kreiswerke berichtete von der Ausschreibung der Entsorgung. Der Astschnitt bringt kein Geld in die Kasse der Kreiswerke, sondern die Kreiswerke müssen dem Entsorger noch Geld hinterherwerfen. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, daß sich das Konzept der Kreislaufwirtschaft beim Astschnitt energetisch nicht lohnt. Es wird bei den Transportprozessen mehr Energie verbraucht, als bei der  Verbrennung in einem Kraftwerk entsteht.

Der Umweltausschuß des Kreistags wird einen eigenen Antrag zum Verbrennen des Baum- und Strauchschnitts in den Kreistag einbringen, in dem gegen die Abschaffung der Brenntage durch die Landesregierung protestiert wird.

Bericht: Wolfgang Prabel