Der Präsident des Thüringer Landesrechnungshof, Sebastian Dette, hat die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen dafür kritisiert, dass sie mit der Thüringer Fachkräfteagentur (ThAFF) Aufgaben wahrnehme, bei denen ein wichtiges Landesinteresse nicht ohne weiteres zu erkennen sei. Auch Stefan Möller, wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, sieht bei der ThAFF ein Missverhältnis zwischen eingesetzten Mitteln und erreichtem Zweck.

Ein Beispiel hierfür sei das von der ThAFF betriebene „Welcome Center Thuringia“, welches Menschen aus dem Ausland über Beschäftigungsmöglichkeiten in Thüringen berate. Dazu Möller: „Die Kosten und der Nutzen dieses Projekts stehen angesichts des Verhältnisses zwischen Beratungsleistungen und den dafür aufgewendeten Mitteln aus dem Landeshaushalt in einem schlechten Verhältnis.“ Mittels kleiner Anfragen habe die AfD-Fraktion herausgefunden, dass das Center im Haushaltsjahr 2015 insgesamt 475.000 Euro erhalten, im ersten Halbjahr 2015 allerdings nur 2.042 Beratungskontakte wahrgenommen habe. „Es ist Steuergeldverschwendung, fast eine halbe Millionen Euro dafür auszugeben, dass es pro Tag heruntergerechnet nur 17 Beratungen per Telefon, E-Mail oder persönlichem Gespräch gab“, so Möller.

In der Servicestelle „Beruf und Familie“, die ebenfalls vom ThAFF betrieben wird, sehe es sogar noch schlechter aus. Im Schnitt sei es im ersten Halbjahr 2015 täglich nur zu knapp vier Beratungen gekommen. „Mit den Arbeitsämtern gibt es Institutionen, die die Aufgaben dieser Stelle wesentlich besser und kostengünstiger übernehmen können.“