Wie schon kurz nach den Anschlägen in Paris im November 2015 bekannt wurde, waren mehrere der Attentäter ganz offensichtlich Flüchtlinge. Wer jedoch diese Beziehung herstellte, konnte sich vor dem schnell erteilten Hetze-Vorwurf nur schützen, indem er die Attentäter strikt von den richtigeren Flüchtlingen trennte.

Der Spiegel schrieb beispielsweise, es „reisten insgesamt drei mutmaßliche Attentäter über die Flüchtlingsroute in die EU“ und „dass Anfang Oktober ein ganzes Angreiferteam über die Flüchtlingsroute in die EU eingesickert ist“. Wem das noch nicht genug Distanz herstellte, konnte in einem anderen Beitrag auf Spiegel-Online lesen: „Einer der Attentäter von Paris ist mit einem gefälschten syrischen Pass nach Europa eingereist, als Flüchtling getarnt“.

Und auch andere legten schnell mit den Distanzbekundungen los und die Süddeutsche stellte fest: „Wer nach Paris einen Ursachenzusammenhang zur Flüchtlingskrise konstruiert, der zündelt und verkennt das Problem“.

Auch Politiker meldeten sich schnell zu Wort. Seehofer (CSU) sah „überhaupt kein Anlass, die Flüchtlingspolitik mit der Terrorismusbekämpfung zu verquicken.“ und wies Söder (CSU) öffentlich zurecht, weil dieser „zu laxe Kontrollen von Flüchtlingen in Deutschland kritisiert“.

Der Bundesinnenminister de Maizière (CDU) beeilte sich zu betonen, „dass jetzt nicht vorschnell irgendein Bogen zur Debatte um das Thema Flüchtlinge geschlagen wird“ um gleich im Anschluss zu warnen: „Die Themen Terrorismus und Flüchtlinge dürften nicht miteinander vermengt werden“.

Und Bundesjustizminister Maas (SPD) wusste auf Tagesschau.de zu berichten: „Es gibt keine Verbindung, keine einzige nachweisbare Verbindung zwischen dem Terrorismus und den Flüchtlingen“ und er nennt es „völlig unverantwortlich eine Verbindung herzustellen, ohne jeden Beweis“.

Die AfD war mit Ihren gebetsmühlenartigen Warnungen vermutlich die einzige größere Partei, die vorher und nachher vor den Gefahren warnte die mit der unkontrollierten Einwanderung einhergehen. Tatsächlich, die meisten Flüchtlinge sind keine Terroristen. Wer der AfD eine gegenteilige Aussage unterstellt, verkürzt die Tatsachen und versucht gegen die Boten der schlechten Nachrichten zu hetzen. Wahr bleibt nämlich auch: Wenn die Grenzen von Anfang an geschlossen worden wären und es echte Kontrollen der Ankömmlinge gegeben hätte, dann wären die über die Balkanroute eingereisten Attentäter nicht in der Lage gewesen am 13. November 130 Menschen zu töten und 352 Menschen zu verletzten.

Welt am Sonntag (25. September 2016)

Welt am Sonntag (25. September 2016)

Jetzt, da das Thema fast ein Jahr alt ist und wahrscheinlich viele eh nicht mehr wirklich tangiert, schreibt die Welt am Sonntag in der Ausgabe vom 25. September 2016 etwas teilweise Neues dazu und ein Aufschrei bleibt kalkuliert aus:

Die griechischen Behörden hatten zwar erkannt, dass sie mit gefälschten Pässen der Terrormiliz ‚Islamischer Staat‘ eingereist waren. Doch anstatt alarmiert zu sein, reagierten die Behörden fahrlässig. Sie gaben den Terroristen 30 Tage Zeit, um Griechenland zu verlassen.“

Immerhin, die griechischen Behörden behielten Recht. Die flüchtigen Terroristen, die nichts mit Flüchtlingen zu tun hatten, verließen das Land wie andere Flüchtlinge … in Richtung Paris.