Die im Thüringer Landtag vertretenen Fraktionen haben Anfang 2015 als Teil einer zukünftigen Parlamentsreform eine Arbeitsgruppe zur Änderung der Geschäftsordnung des Thüringer Landtags eingesetzt. Die Arbeit wurde am 22. November 2016 erfolgreich mit der Erstellung eines gemeinschaftlichen Antrags aller Fraktionen beendet. Obwohl die AfD-Fraktion an allen Sitzungen der Arbeitsgruppe teilnahm und sich durch schriftliche und mündliche Stellungnahmen eingebracht hatte, weigerten sich die Vertreter der Linksfraktion und der Fraktion der Grünen, die AfD-Fraktion bei der Einbringung des Ergebnisses der Arbeitsgruppe zu beteiligen. Stefan Möller, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag und Mitglied der Arbeitsgruppe zur Parlamentsreform nimmt hierzu folgendermaßen Stellung:

„Linke und Grüne zeigen einmal mehr, dass sie zu einer sachlichen Auseinandersetzung und parlamentarischen Zusammenarbeit mit Andersdenkenden nicht in der Lage sind. Wer selbst bei der Erarbeitung formaler Regularien des parlamentarischen Ablaufs nicht bereit ist, ein zusammen erarbeitetes Ergebnis auch gemeinsam in den Landtag einzubringen, ist hierzu bei inhaltlichen politischen Meinungsverschiedenheiten natürlich erst recht nicht in der Lage. Diese ausgrenzende Praxis gegenüber Andersdenkenden offenbart, dass Linke und Grüne mit wirklich gelebter Toleranz nichts anfangen können, sondern diese ausschließlich für sich selbst beanspruchen.

Die AfD-Fraktion hat aus diesem unkollegialen Verhalten die Konsequenz gezogen und das Ergebnis der gemeinsamen Arbeitsgruppe in einem eigenen Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung für die nächste Plenarsitzung eingebracht. Wir werden mit Spannung beobachten, ob die etablierten Parteien so weit gehen, ihr eigenes Arbeitsergebnis abzulehnen, bloß um einen Antrag der AfD nicht zustimmen zu müssen.“