Die Anzahl von jährlichen Einbürgerungen ist in Thüringen zwischen 2010 und 2016 von 417 auf 601 gestiegen. Davon wurden im Jahr 2010 181 und im Jahr 2016 bereits 304 Menschen gemäß Paragraph 12 Absatz 1 Staatsangehörigkeitsgesetz unter Hinnahme von Mehrstaatigkeit eingebürgert. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der AfD-Fraktion an die Landesregierung hervor.

Dazu sagt Jörg Henke, innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag:

„Die Einbürgerung von Migranten, die ihre alte Staatsbürgerschaft nicht aufgeben wollen, sollte die Ausnahme sein. Tatsächlich machen diese Fälle in Thüringen jedoch mittlerweile über 50 Prozent aller Einbürgerungen aus. Seit 2010 sind die Einbürgerungszahlen um fast die Hälfte angestiegen und von den Mehreinbürgerungen fallen circa zwei Drittel auf solche, die trotz noch bestehender fremder Staatsangehörigkeit vollzogen wurden. Anscheinend gehen die Behörden zu leichtfertig mit der Vergabe der deutschen Staatsangehörigkeit um. Der Staat muss sich der Loyalität seiner Bürger sicher sein können. Das ist bei doppelter Staatsangehörigkeit selten der Fall. Die AfD möchte das Staatsangehörigkeitsrecht deshalb verschärfen und die Hürden zur Einbürgerung anheben.“