Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) beklagt, dass die Landesregierung zu wenig tue, um Arztpraxen im ländlichen Raum zu halten bzw. anzusiedeln. Die KV schlägt eine Erhöhung der Medizinstudienplätze an der Universität Jena um zehn Prozent vor.

Dazu sagt Corinna Herold, gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag:

„Gegenwärtig sind nur 3,3 Prozent aller Hausarztstellen in Thüringen unbesetzt. Daher erscheint es mir als Steuerungsmittel ungeeignet, pauschal die Anzahl der Studienplätze in Jena um zehn Prozent zu erhöhen. Die AfD-Fraktion hat in dem Zusammenhang vorgeschlagen, für die Zulassung zum Studium an der einzigen Thüringer medizinischen Fakultät in Jena eine Landeskinderquote einzuführen. Angesichts der Verhältniszahlen von über 50 Bewerbern auf einen Studienplatz dürfte es ein leichtes sein, geeignete Bewerber, die die Leistungsanforderungen erfüllen, unter den Thüringer Studienplatzbewerbern zu finden. Wir gehen dabei davon aus, dass ein Bewerber aus Geraberg eher in seiner Thüringer Heimat bleibt, als dass sich ein Bewerber aus Schleswig-Holstein hier ansiedelt.

Weitere denkbare Steuerungsmittel sind zum Beispiel eine deutliche Anhebung des sogenannten Thüringenstipendiums für zukünftige Fachärzte, die sich nach Abschluss ihrer Ausbildung in Thüringen niederlassen. Auch ein Erlass der Rückzahlung des erhaltenen BAföG-Kredits bei dauerhafter Ansiedelung als Landarzt in Thüringen wäre ein geeignetes Instrument. Auf Seiten der Kommunen würden wir Vorstöße unterstützen, die die Veräußerung kommunalen Vermögens an niederlassungswillige Fachärzte und Hausärzte ermöglichen. Dazu könnten wir uns vorstellen, Paragraph 67 der Thüringer Kommunalordnung zu Gunsten von verkaufswilligen Kommunen zu ändern. Die kassenärztliche Vereinigung kann zudem das Instrumentarium der Beanstandung von Niederlassungen und Zulassungen in tendenziell überversorgten Ballungsräumen deutlicher als bisher nutzen.

Generell lässt sich sagen, dass es mit gutem Willen und ein wenig Fantasie, flankiert von dem einen oder anderen positiven finanziellen Anreiz durchaus Mittel und Möglichkeiten durch die Politik gibt, den bevorstehenden Herausforderungen der ärztlichen Versorgung – auch in Bezug auf den demographischen Wandel – erfolgreich zu begegnen.“